- > startseite

 

- > startseite
online

   

INDEX NR04

Die Neuen
Liebesgedichte
Kein einfaches Leben
Lach mal wieder
Leben ohne Eltern
Da sein wenn es brennt
Amerika Umfrage
Die JL-Seentour
Lovestories
Wir unter uns
Der Schraubenkönig
Der Traum vom Fliegen
JL aktiv
Tolle Jobs
Read and hear
JL unterwegs
Wir grüßen...

 

Wir stehen vor dem gelben Haus, in dem diese „irgendwie besondere WG“ wohnt. Hier werden wir heute etwas über die Lebensumstände und die Situation der Jugendlichen erfahren.

Wir stehen vor dem gelben Haus, in dem diese „irgendwie besondere WG“ wohnt. Hier werden wir heute etwas über die Lebensumstände und die Situation der Jugendlichen erfahren. Die Vier leben in einer „betreuten Wohngruppe“ der ev. Jugendhilfe Friedenshort, einer Einrichtung, die der Unterstützung von Jugendlichen dient, die nicht mehr zu Hause leben wollen oder können. Vanessa erzählt: „Es gab Probleme mit meinen Eltern, so dass das Jugendamt es für besser hielt, mich von zu Hause wegzuholen, als ich sechs Jahre alt war. Mit 15 bin ich dann in die AWG4 - das betreute Wohnen - gekommen.“ Es gibt aber auch Fälle, in denen die Kinder entscheiden, dass sie von zu Hause weg wollen, aber einfach noch zu jung sind, um alleine zu wohnen, und deshalb in eine Wohngruppe mit Betreuung ziehen müssen. Ziel der Wohngruppe ist, dass die Jugendlichen lernen, selbstständig ihren Tagesablauf und ihr Leben zu gestalten. Zu ihrer Unterstützung sind allerdings jeden Tag von 12.00 bis 22.00 Uhr Betreuer im Haus, die als Ansprechpartner und Freund dienen, aber auch die Aufsichtspflicht übernehmen müssen. Nachts jedoch sind die Jugendlichen auf sich gestellt und müssen für sich selbst die Verantwortung tragen.

Jeden Tag findet um 18.00 Uhr ein gemein sames Abendessen statt, von dem man sich einmal in der Woche abmelden kann. „Wir haben einen Kochplan, mit dem festgelegt wird, wer an welchem Wochentag was kocht“, sagt Jenny. Zum Kochdienst gehört auch einkaufen, Tisch decken und abräumen, Boden fegen sowie die Spülmaschine aus- und einräumen. Natürlich gibt es auch hier, wie in jeder Familie, bestimmte Regeln, an die sich jeder halten muss: „Im Haus sind weder Zigaretten noch Alkohol gestattet, im Garten jedoch dürfen wir Rauchen.“ Wer allerdings trotzdem mit einer Zigarette im Haus erwischt wird, erhält eine Verwarnung und muss ein Gespräch mit einem Betreuer führen. Falls so ein Regelverstoß öfter vorkommt, wird der Verbleib in der Gruppe in Frage gestellt. Bernd fügt hinzu: „Gewisse Regeln müssen eingehalten werden und sind wichtig für das Zusammenleben. So müssen wir auch nachts sicher sein können, dass hier alles wie abgesprochen abläuft, und das basiert natürlich auf gegenseitigem Vertrauen und Respekt.“ Nach vorheriger Absprache besteht auch die Möglichkeit Übernachtungsgäste mitzubringen. Jenny wirft ein: „Mein Freund Marco darf zur Zeit aber noch nicht bei mir übernachten, erst wenn ich 18 bin.“ Eine andere Regel ist, dass jeder beim wöchentlichen Plenum erscheinen muss. Hier werden Probleme und die Entwicklung der Gruppe besprochen. Es finden auch regelmäßig Einzelgespräche wie das Hilfeplangespräch des Jugendamtes statt, bei denen Ziele und Interessen beider Seiten besprochen werden und auch Themen wie Kontakt zu den Eltern auf den Tisch kommen. Raffaela erzählt: „Ich habe zu fast allen Familienmitgliedern guten Kontakt, was mir auch sehr wichtig ist. Den andern Dreien geht es genauso.“ Und wie sieht die finanzielle Situation der Jugendlichen aus? Douglas erklärt: „Jeder Bewohner bekommt im Monat Taschengeld (80 - 123 DM je nach Alter), Bekleidungsgeld (Mädchen 80 DM, Jungs 70 DM) und Hygienegeld (10 DM). Von Taschengeld und Nebenverdienst muss ein Teil für später gespart werden. Ab einem gewissen Alter müssen die Jugendlichen dann ausziehen, werden aber auch in ihrer eigenen Wohnung weiterhin in finanziellen Dingen und bei allgemeinen Problemen beraten. Auch bei Vanessa ist es jetzt soweit, die ist allerdings ganz und gar nicht begeistert davon: „Mir gefällt´s hier Bombe! Ich will überhaupt nicht ausziehen!“ Sowohl untereinander als auch zu den Betreuern besteht ein freundschaftliches Verhältnis, und alle Vier betonen, wie wichtig ihnen die Gruppe geworden ist.

Wir waren begeistert von der Art und Weise, wie die vier Jugendlichen ihr Leben meistern und wünschen ihnen auch in ihrer Zukunft ganz viel Glück!!!

Ein starkes Team:

Eine WG - 4 Jugendliche, 3 Erwachsene und ungefähr 25 Fische.

Gerhard Arnold: *Ist seit 2 ½ Jahren Betreuer in der Wohngruppe. *Er hat eine Ausbildung als Heilpädagoge, Heimerzieher und Mechaniker Maschinenbau

Cordula Bächle: *War Gruppenleiterin, ist mittlerweile im Fachdienst als Gruppenleiterin tätig und deshalb nur einmal in der Woche da *Ist Diplom Sozialpädagogin

Bernd Megerle: *Ist seit 3 Jahren dabei *Ist seit kurzem Gruppenleiter *Jugend- und Heimerzieher

Douglas (18): *Hobbys: Baseball und laute Musik *Lernt Schlosser im 2. Lehrjahr *Ist seit 1 ½ Jahren in der Gruppe

Jenny (16): *Hobbys: Freund Marco (Bild) und ihre Fische *Geht noch 2 Jahre auf die kaufmännische Schule *Wohnt hier seit drei Monaten *Möchte später Spielzeugdesignerin werden *Lernt drei Fremdsprachen

Vanessa (18): *Hobbys: Musik (spielt Keyboard und bringt sich gerade selbst Gitarre bei) *Lernt Grafikdesign *Ist am längsten von allen dabei (3 Jahre)

Raffaela (16): *Macht gerade ein Praktikum im Altenheim *möchte danach Altenpflegerin lernen *Geht gerne mit ihren Freunden weg· *Ist seit 3 Monaten da

 

 

 
  © 2001 jugendline.de :: screen by ken.de :: hosting by ic-roth